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„Integrierte Ländliche Entwicklung“

Externer Link: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Starke Regionen durch gemeindeübergreifende Zusammenarbeit

Mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung unterstützen und begleiten die Ämter für Ländliche Entwicklung ländliche Gemeinden, die sich freiwillig zusammenschließen, um gemeinsam eine zukunftsorientierte und lebenswerte Region zu gestalten. Ziel ist es, ökonomische, ökologische oder soziale Projekte, die eine Gemeinde allein nicht realisieren kann, gemeindeübergreifend zu planen und umzusetzen sowie Einsparmöglichkeiten zu erschließen. Dabei können für aktuelle Herausforderungen, wie z.B. die Innenentwicklung oder Leerstandsbeseitigung in den Dörfern, gemeinschaftlich effiziente Lösungen gefunden werden. Durch gemeindeübergreifende Zusammenarbeit kann der Flächenverbrauch verringert und gleichzeitig Kosten eingespart werden.

Inhalt

Die Ländliche Entwicklung fördert die Ausgaben für Planungen und Managementaufgaben. Dies sind:

  • die Erarbeitung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK)
  • Informationen über die Ziele der Integrierten Ländlichen Entwicklung und Motivation der Bürger zur Erarbeitung gemeinsamer Zielvorstellungen
  • die Vorbereitung und Begleitung von Maßnahmen einschließlich notwendiger Vorarbeiten (Untersuchungen, Erhebungen)
  • die Initiierung und Begleitung ländlicher Entwicklungsprozesse

Zuwendungsempfänger

  • Gemeindeverbünde

Art der Förderung

  • Zweckgebundene Zuschüsse
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Förderhöhe

  • für die Erarbeitung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts bis zu 75 %, einmalig bis zu70.000 Euro je Konzept; eine Fortschreibung ist mit einem Zuschuss von bis zu 35.000 Euro möglich
  • für Informationen über die Ziele der Integrierten Ländlichen Entwicklung und für die Motivation der Bürger bis zu 75 %
  • für die Vorbereitung und Begleitung von Maßnahmen bis zu 75 %
  • für die Initiierung und Begleitung des Entwicklungsprozesses bis zu 75 %, jährlich höchstens 90.000 Euro auf maximal sieben Jahre begrenzt
  • zur Unterstützung einer engagierten und aktiven eigenverantwortlichen ländlichen Entwicklung in Form eines Regionalbudgets jährlich max. 100.000 Euro je Region, mit bis zu 80 %, max. jedoch 10.000 Euro, je Kleinprojekt

Die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept können über Dorferneuerungsverfahren, Flurneuordnungsverfahren oder den Ländlichen Straßen- und Wegebau sowie über weitere Initiativen, wie FlurNatur, boden:ständig, HeimatUnternehmen, etc. gefördert werden.

Gemeinden, die sich interkommunal in einer Integrierten Ländlichen Entwicklung zusammengeschlossen haben, profitieren in Verfahren und Vorhaben (Dorferneuerung, Flurneuordnung, etc.) der Ländlichen Entwicklung von einem ILE-Bonus (bis zu 10 %), wenn das Verfahren oder Vorhaben zur Umsetzung der Ziele des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) dient.

Fördergeber

  • Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Ablauf und Fristen

  • Eine Beantragung der Projektförderung ist jederzeit möglich. Der Beginn der Maßnahmen darf jedoch erst nach der Bewilligung der Förderung erfolgen.
  • Der Antrag ist bei den zuständigen Ämtern für Ländliche Entwicklung zu stellen

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich Innenentwicklung und Flächensparen für ILE-Kommunen

Vitalitäts-Check – Das Analyseinstrument zur Innenentwicklung für Dörfer und Gemeinden

Mit dem Vitalitäts-Check werden die Innenentwicklungspotenziale in Gemeinden ermittelt und aufbereitet. Ziel ist, die Dörfer nicht am Rand, sondern im Kern zu entwickeln und damit Flächen zu sparen. Vorhandene Gebäude- und Flächenpotenziale sollen für Wohn- und Gewerbezwecke sowie Einrichtungen der Grundversorgung und des Gemeinschaftslebens revitalisiert werden.

Im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung kann die Durchführung des Vitalitäts-Checks finanziell unterstützt werden. Die genaue Förderhöhe ist dabei im Einzelfall mit dem zuständigen Amt für Ländliche Entwicklung abzuklären.

Weitere Informationen:

Der Vitalitäts-Check konzentriert sich auf die maßgeblichen Themenfelder zur nachhaltigen Entwicklung von Gemeinden. Durchgängig im Blick ist dabei: Wie lässt sich vermeiden, dass die dörflichen Zentren zunehmend veröden und die Besiedlung sich weiter auf bisher unbebaute Flächen an den Rändern ausdehnt? Folgende Themen führen durch den Vitalitäts-Check, um die Situation in der Gemeinde und ihren Ortsteilen erfassen und beschreiben zu können:

  • Bevölkerungsentwicklung
  • Flächennutzung und Siedlungsstruktur
  • Bodenpolitik
  • Versorgung und Erreichbarkeit
  • Bürgerschaftliches Engagement
  • Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Vitalitäts-Check mit der integrierten Flächenmanagement-Datenbank schnürt ein Paket aus umfangreichem und detailliertem Datenmaterial, woraus thematische Karten und zusammenfassende Berichte für die Planung in der Dorferneuerung, Gemeindeentwicklung oder Integrierten Ländlichen Entwicklung entstehen. Er erfasst also die gesamte Ausgangssituation strukturiert und umfassend und liefert die Auswertung zu den Themenfeldern für Ortschaften, Gemeinden und interkommunalen Kooperationen.

Bodenmanagement – Koordinierung öffentlicher oder privater Nutzungsinteressen

Die Aufgaben des Ländlichen Raumes reichen weit über die Produktion von Nahrungsmitteln und die Erzeugung von Rohstoffen und Energie hinaus: Sie sollen auch ein attraktives Wohnumfeld, ein vielfältiges Arbeitsplatzangebot und abwechslungsreiche Erholungsmöglichkeiten bieten. Gleichzeitig sollen sie die Basis für eine gesunde Umwelt bilden. Der Flächenverbrauch ist nach wie vor zu hoch, Grund und Boden sind aber nicht vermehrbar. Außerdem steht das Grundeigentum unter besonderem Schutz; der Umgang damit erfordert besondere Sorgfalt und hohes Verantwortungsbewusstsein. Hierbei kann das Bodenmanagement eine bedeutende vermittelnde und ausgleichende Rolle einnehmen.

Für die Anwendung des Bodenmanagements der Ländlichen Entwicklung stehen je nach Bedarf unterschiedliche Verfahrensarten nach dem Flurbereinigungsgesetz (z.B. Flurneuordnung, Freiwilliger Landtausch, Dorferneuerung, Unternehmensverfahren) zur Verfügung.

Mehr Informationen zu den spezifischen Fördermöglichkeiten für die jeweiligen Einzelfälle bieten die zuständigen Ämter für Ländliche Entwicklung.

Weitere Informationen:

Durch das Bodenmanagement profitieren die Grundeigentümer ebenso wie die öffentliche Hand, insbesondere die Gemeinden:

  • Für Anlagen der Infrastruktur, der Wasserwirtschaft, zur Energiegewinnung, des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie für Freizeit und Erholung werden die benötigten Flächen unter dem Gesichtspunkt eines sparsamen Umgangs mit Grund und Boden bereitgestellt.
  • Für die Landwirtschaft wird zersplitterter, schlecht geformter Grundbesitz zu gut bewirtschaftbaren Flächen zusammengelegt und erschlossen.
  • Neue Standorte zu Gunsten von Wohnen, Gewerbe (auch interkommunal) und Landwirtschaft werden schneller verfügbar. Angestrebte Bauvorhaben können zügig ausgeführt werden.
  • Viele Bau- und Gestaltungsmaßnahmen können durch das Bodenmanagement erst verwirklicht werden (Interessenskonflikte).
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